Prof. em. Prof. h.c. Dr. med. vet. Max Gassmann
Höhenforscher an der Universität Zürich
Max Gassmann wuchs in Peru auf – dort hat seine Begeisterung für hohe Berge ihren Ursprung. Nach seiner veterinärmedizinischen Dissertation in Molekularbiologie an der Universität Zürich führte ihn sein wissenschaftlicher Weg zunächst an das Institut für Biochemie der Stanford University in Kalifornien und anschliessend an das Physiologische Institut der medizinischen Fakultät an der Universität Zürich. Schliesslich übernahm er den Lehrstuhl für Veterinärphysiologie an der Vetsuisse-Fakultät Zürich, den er 25 Jahre lang als Ordinarius leitete. Parallel dazu stand er 15 Jahre lang dem Zentrum für integrative Humanphysiologie (ZIHP) an der Medizinischen Fakultät Zürich vor.
Seit 1991 widmet sich Max Gassmann der Forschung rund um den Sauerstoffmangel – von molekularen Mechanismen bis hin zu physiologischen Anpassungen des Menschen in extremen Höhen. Seine Arbeiten haben wesentlich zum Verständnis der körperlichen Reaktionen auf eine reduzierte Sauerstoffzufuhr beigetragen, insbesondere zur Erythropoietin (Epo)-vermittelten Antwort. Mit über 300 Publikationen zählt er zu den international anerkannten Höhenforschern. Für seine wissenschaftliche Leistung wurde er vielfach ausgezeichnet. Er ist unter anderem Einzelmitglied der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), der Deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Academia Europaea sowie der Wissenschaftsakademien von Bolivien und Peru.
Man begegnet Max Gassmann häufig auf Höhenexpeditionen in aller Welt – er ist leidenschaftlicher Skitourengänger und liebt Reisen in entlegene Regionen, oft gemeinsam mit seiner Familie. Seit seiner kürzlichen Pensionierung engagiert er sich verstärkt für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie in karitativen Projekten – unter anderem für die Ausbildung junger Menschen in Kambodscha oder im Kampf gegen die Symptome der Sichelzellanämie in Entwicklungsländern.